Ernährung

Aufgrund meiner in 2001 diagnostizierten Zöliakie (Glutenunverträglichkeit - Gluten ist ein Klebereiweiß enthalten in Roggen, Weizen, Hafer, Gerste und Dinkel in jeglicher Gestalt) hatte sich meine Ernährung sehr fleischlastig entwickelt. Wenn sich mir die Wahl bot, zog in allen Situationen ein Fleischgericht einem Gemüse- oder Salatteller vor. Da ich meine Hauptmahlzeiten regelmäßig in der Kantine einnahm, standen regelmäßig Pommes Frites und Currywurst o.ä. auf meinem Speiseplan.

Nachdem ich die ersten Etappen meiner schulmedizinischen Krebstherapie hinter mir hatte, konnte ich mich endlich auch auf das Thema Ernährung einlassen. Zu Beginn meiner Therapie fühlte ich mich einfach überfordert, nun auch noch auf die Hinweise meines Heilpraktikers einzugehen. Ich wollte einfach während der Chemotherapie nicht auch noch auf meine Lieblingsspeisen verzichten müssen. Zunächst einmal musste ich mir einiger grundsätzlicher Dinge überhaupt bewusst werden. Eigentlich hatte ich dem Ganzen nicht sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, auch wenn ich eine geschmacklich hochwertige Küche durchaus auch schon früher zu schätzen wusste. Nur war mein Blick bis dahin ausschließlich auf den Geschmack und nicht auch auf die Inhalte und Bestandteile gerichtet.

Wie auch bei den all den anderen Kapiteln meiner Therapie näherte ich mich auch dem Thema Ernährung von der theoretischen Seite, indem ich viel dazu las. Inzwischen hatte ich begriffen, zu welchen Änderungen in meinem Leben ich fähig war, wenn ich mir den Sinn dafür erschließen und mit logischen  Argumenten untermauern konnte. Die wichtigste Erkenntnis für mich und damit die entscheidende Basis für meine Ernährungsumstellung war, dass ich selbst einen wesentlichen Beitrag zu meiner Gesunderhaltung und Stärkung meines Immunsystems leisten kann, indem ich die tägliche Nahrungsaufnahme nicht als lästiges Übel, sondern eine großartige und kulinarische Möglichkeit hierfür betrachte. Eigentlich war es eine ganz schön bittere Erkenntnis für mich, zu sehen, wie schlecht ih mich selbst auch auf diesem Sektor behandelt habe. Heute bringe ich meinem Körper die Wertschätzung entgegen, die ihm zusteht!

Endlich hatte ich das eigentlich Selbstverständliche verstanden, nämlich dass es auf die feste Etablierung von Obst, Salat und Gemüse im täglichen Speiseplan ebenso ankommt wie auf die "richtigen" Fette. Ich wurde sensibel für die Art der Herstellung, Gewinnung und Verarbeitung der Lebensmittel, was mir bislang ziemlich egal war. Aber auch die Wirkung einzelner Nahrungsmittel in meinem Körper hat mich beschäftigt.

Mein Heilpraktiker erklärte mir beispielsweise, dass bestimmte Bestandteile des roten Fleisches die Bereitschaft der menschlichen Körperzellen zur Mutation erheblich steigern. Als rotes Fleisch wird quasi alles betrachtet, was nicht Fisch oder Geflügel ist. Außerdem fand ich hierzu im Internet z.B. die folgende Nachricht vom 27.11.2006: "Rotes Fleisch steigert Brustkrebsrisiko bei jungen Frauen". Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt: Wenn Fleisch gegessen wird, sollte die mittlere tägliche Menge auf 80 Gramm beschränkt werden! Fisch und Geflügel sind Schweine-, Rind- und Lammfleisch vorzuziehen.

Ferner führt z.B. Alkohol zu einem erhöhten Spiegel von dem weiblichen Geschlechts-hormon Östrogen im Blut. Die Wissenschaftler nehmen dies als mögliche Ursache für das erhöhte Brustkrebsrisiko an (Studie: Konsum großer Mengen Alkohol erhöht das Brustkrebsrisiko).

Sehr interessant finde ich die Information, dass sich durch diätetitsche Maßnahmen wie den Verzehr von Indol- 3-Carbinol-haltigem Gemüse das Langzeitrisiko für ein östrogenab-hängiges Karzinom senken lässt. Forscher um Prof. Eliot Rosen von der Universität Georgetown haben die Schwefelverbindung I3C (Indol-3-carbinol) unter anderem in Brokkoli und Blumenkohl nachgewiesen. Inzwischen soll die Wirkung von I3C auf molekularer Ebene bewiesen worden sein. Brokkoli und Blumenkohl gehören ürigens zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler wie z. B. auch Rosenkohl, Weißkohl, Radieschen, Rettich, Senf, Meerrettich, Rucola und Kresse, denen wegen der enthaltenen Indole eine risikosenkende Wirkung zugesprochen wird.

Sehr zu empfehlen sind in diesem Zusammenhang der Blaue Ratgeber der Deutschen Krebshilfe zur "Ernährung bei Krebs". Und der Präventionsratgeber mit dem Titel "Gesunden Appetit!" ist mit tollen Rezepten des bekannten Gourmetkochs Frank Buchholz ausgestattet.

Meine neueste Entdeckung ist das Buch Krebszellen mögen keine Himbeeren - Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Imunsystem stärken und gezielt vorbeugen  - von Prof. Dr. med. Richard Beliveau und Dr. med. Denis Gingras. Mittlerweile gibt es das passende Kochbuch dazu.

Sehr interessant ist auch das Antikrebs-Buch von David Servan-Schreiber. Er erklärt, wie durch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe, durch Ernährung und Veränderung des Lebensstils das Immunsystem wirksam unterstützt werden kann – und verbindet so persönliche Erfahrung und Forschungsreport zu einem unverzichtbaren Werk für Kranke wie Gesunde.

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last page update - 2008-11-23